Leistungsverzeichnis Gebäudereinigung: Generator, Turnusse, Muster

Klemmbrett mit ausgedrucktem Leistungsverzeichnis und Grundriss auf einem Schreibtisch

Werkzeug: Leistungsverzeichnis

Drei Angebote für dieselbe Reinigung liegen oft um die Hälfte auseinander. Meist nicht, weil ein Betrieb teurer ist, sondern weil jeder etwas anderes angeboten hat: der eine täglich, der andere zweimal pro Woche, der dritte ohne Sanitärräume. Das Leistungsverzeichnis legt fest, was gereinigt wird, wie oft und wie geprüft wird. Erst dann lassen sich Preise vergleichen. Der Generator erstellt einen Vorschlag, den Sie drucken oder mit einem Klick in die Ausschreibung übernehmen.

Leistungsverzeichnis-Generator

Ihr Leistungsverzeichnis in drei Minuten

Bereiche

Die sieben Teile eines Leistungsverzeichnisses

1. Objekt

Adresse, Art, Baujahr, Etagen, Aufzug, Zugang und Schlüsselregelung, Alarmanlage.

2. Flächen

Reinigungsfläche je Raumgruppe und Bodenbelag. Ein Grundriss mit markierten Räumen erspart die Hälfte der Rückfragen.

3. Leistungen und Turnus

Je Raumgruppe die Tätigkeiten und wie oft. Das ist der Teil, den der Generator vorschlägt.

4. Zeiten

Während der Bürozeit oder außerhalb, Wochentage, Zeitfenster. Reinigung zwischen 22 und 5 Uhr kostet 30 % Nachtzuschlag, am Sonntag 80 %.

5. Material

Wer stellt Seife, Papier, Müllbeutel? Wer stellt Maschinen? Getrennt ausweisen lassen.

6. Qualität

Ansprechperson, Kontrollrundgang je Monat, Reklamationsweg, Frist für Nachbesserung.

7. Nachweise und Vertrag

Tariftreue, Unbedenklichkeitsbescheinigungen, Haftpflicht, Laufzeit, Kündigung, Preisanpassung.

Übliche Turnusse nach Raumgruppe

Die Tabelle zeigt, womit Betriebe für ein normal genutztes Büro rechnen. Sie ist ein Ausgangspunkt, kein Standard: Eine Kanzlei mit Mandantenverkehr braucht mehr, ein Lager weniger.

RaumgruppeTägliche LeistungenWöchentlichMonatlich und seltener
Büro- und ArbeitsräumePapierkörbe leerenBöden wischen oder saugen, freie Flächen abwischen, Griffe und SchalterHeizkörper, Fensterbänke, Sockelleisten; Teppich-Grundreinigung jährlich
SanitärräumeWC, Urinale, Waschbecken, Armaturen, Boden, VerbrauchsmaterialSpiegel, Fliesen im Spritzbereich, TrennwändeWandfliesen vollständig, Lüftungsgitter
TeekücheSpüle, Arbeitsflächen, Tische, BodenGeräte außenKühlschrank innen, Schränke außen
Flure, Treppen, Eingangbei starkem Verkehr Eingang und AufzugBöden, Handläufe, Türen, Aufzugskabine, SauberlaufzoneKellergänge, Nebenräume, Beleuchtung
GlasGlastüren im EingangFenster innen und außen zwei- bis viermal jährlich

Übliche Turnusse aus Leistungsverzeichnissen von Büroobjekten. Glas- und Fassadenarbeiten werden nach einer höheren Lohngruppe bezahlt, siehe Tariflohn; lassen Sie sie im Angebot getrennt ausweisen.

Leistungsorientiert oder ergebnisorientiert

Leistungsorientiert

  • Turnus je Tätigkeit festgelegt
  • Angebote direkt vergleichbar
  • Kontrolle einfach: wurde es gemacht?
  • Richtig für Treppenhaus, Büro, Praxis

Ergebnisorientiert

  • Zustand beschrieben, Aufwand beim Betrieb
  • Kann günstiger sein, weil wenig genutzte Räume seltener gereinigt werden
  • Braucht ein Messsystem mit Stichproben und vereinbarten Grenzwerten
  • Richtig ab etwa 2.000 m² mit eigener Objektleitung

Für Qualitätsmessungen verweisen Betriebe oft auf die DIN EN 13549 (Qualitätsmesssysteme für Reinigungsdienstleistungen), für Schulen auf die DIN 77400. Beide sind kostenpflichtige Normen; im Vertrag genügt es, das Messverfahren in eigenen Worten festzulegen: wer prüft, wie oft, wie viele Räume, was als Mangel gilt.

Vier Fehler, die Angebote unvergleichbar machen

  • Fläche ohne Bezug: Die Mietfläche aus dem Vertrag statt der Reinigungsfläche. Ein Betrieb rechnet mit 800 m², der andere mit 620 m².
  • Pauschale ohne Stunden: Ein Monatspreis ohne Stundenansatz lässt sich nicht gegen die Tariflohn-Untergrenze prüfen. Verlangen Sie die Stunden je Woche im Angebot.
  • Material offen: Der günstigste Betrieb stellt keine Seife und kein Papier, das kommt später als Rechnung.
  • Glas im Paket: Fensterreinigung wird nach einer höheren Lohngruppe bezahlt und selten gebraucht. Im Monatspreis versteckt, zahlen Sie sie jeden Monat.

Mit dem Leistungsverzeichnis ausschreiben

Mit „In die Ausschreibung übernehmen" landet das Leistungsverzeichnis im Beschreibungsfeld des Formulars unten. Ergänzen Sie Objekt, Fläche und Beginn, laden Sie Fotos oder den Grundriss hoch. Wir fragen Betriebe aus der Region des Objekts an, die Tariflohn und Sozialabgaben nachweisen. Die Betriebe melden sich direkt bei Ihnen, meist mit dem Wunsch nach einer Begehung. Was eine Stunde mindestens kosten muss, steht auf der Seite Tariflohn, was die Reinigung im Monat kostet, im Kostenrechner.

Häufige Fragen

Was gehört in ein Leistungsverzeichnis für die Reinigung?

Objektdaten und Flächen, die Räume nach Raumgruppen (Büro, Sanitär, Verkehrsflächen, Küche), je Raumgruppe die Leistungen mit Turnus, die Reinigungszeiten, wer Verbrauchsmaterial stellt, wie die Qualität kontrolliert wird, welche Nachweise der Betrieb vorlegt, Laufzeit und Kündigung. Ohne diese Punkte rechnet jeder Betrieb mit anderen Annahmen, und die Angebote sind nicht vergleichbar.

Leistungsorientiert oder ergebnisorientiert ausschreiben?

Leistungsorientiert heißt: Turnus je Tätigkeit festgelegt, zum Beispiel Hartböden zweimal wöchentlich wischen. Das ist leicht zu vergleichen und zu kontrollieren. Ergebnisorientiert heißt: Sie beschreiben den Zustand, der Betrieb bestimmt den Aufwand. Das kann günstiger sein, braucht aber ein Kontrollsystem mit Stichproben. Für Büros bis etwa 1.000 m² und für Treppenhäuser ist die leistungsorientierte Ausschreibung der sichere Weg.

Welche Fläche gebe ich an?

Die Reinigungsfläche, also die Bodenfläche der Räume, die gereinigt werden, getrennt nach Bodenbelag (Teppich, Hartboden, Fliese). Eine Bruttofläche aus dem Mietvertrag enthält Wände, Schächte und Technikräume und macht die Angebote unvergleichbar. Nennen Sie im Leistungsverzeichnis, welche Fläche gemeint ist.

Welche Nachweise kann ich vom Betrieb verlangen?

Üblich sind die Eintragung bei der Handwerkskammer, eine Erklärung, dass nach der Verordnung für die Gebäudereinigung bezahlt wird, Unbedenklichkeitsbescheinigungen der Krankenkassen und der Berufsgenossenschaft, eine Bescheinigung in Steuersachen vom Finanzamt und der Nachweis der Betriebshaftpflicht mit Schlüsselverlust. Legen Sie im Leistungsverzeichnis fest, dass die Bescheinigungen während der Laufzeit jährlich erneuert werden.

Wie lange sollte ein Reinigungsvertrag laufen?

Üblich sind 12 oder 24 Monate mit drei Monaten Kündigungsfrist. Eine Probezeit von drei Monaten mit kurzer Kündigung ist bei einem neuen Betrieb sinnvoll. Vereinbaren Sie, dass eine Tariflohnerhöhung nur mit Nachweis und nur im Umfang des Lohnanteils weitergegeben wird.

Leistungsverzeichnis fertig?

Übernehmen Sie es in die Ausschreibung. Angebote von Betrieben, die Tariflohn und Sozialabgaben nachweisen.

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Angebote von geprüften Betrieben für Ihr Objekt

Beschreiben Sie Objekt und Leistung in drei Schritten. Fotos und Grundrisse ersparen oft die erste Begehung.

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